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Steht das „MyFest“ in Kreuzberg vor dem Aus?, 05.05.2015, Bild

Kreuzberg – Freunde treffen, schlemmen, tanzen. Beim diesjährigen „MyFest“ waren so viele Besucher wie noch nie. Weil das nicht nur Spaß, sondern auch ein erhöhtes Sicherheitsrisiko bedeutet, droht der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nun mit einer Absage für 2016.

Der Tag der Arbeit war so friedlich wie seit Beginn der Ausschreitungen 1987 nicht mehr. Auch auf dem vor zwölf Jahren erstmals veranstalteten „MyFest“ verlief alles friedlich. Allerdings sprengte es diesmal alle Dimensionen. Die Polizei zählte zeitweilig mehr als 45 000 Besucher.

„Weder Rettungsdienst noch Feuerwehr wären durchgekommen, so kann das nicht weitergehen“, sagt Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (50, Grüne) der BILD. „Wir müssen uns den Sicherheitsfragen stellen.“
Und weiter: „Erstmals mussten wir schon um 14 Uhr die Zugänge sperren, die U-Bahnen fuhren nicht mehr“, sagt die Bezirksbürgermeisterin. „Selbst am Görlitzer Park drängten sich Menschen, da war kein Millimeter Platz.“
Um das Fest zu retten, werden aktuell vier Szenarien überlegt.

► Fest-Erweiterung: Dazu ist es diesmal bereits gekommen, der Platz reichte trotzdem nicht.
► Fest-Verlagerung auch in andere Bezirke: „Das wäre dann aber nicht mehr das MyFest“, sagt Herrmann.
► Verkleinerung: Nur in der Theorie denkbar. Herrmann: „Das ist bei wachsenden Besucherzahlen längst kein kleines Nachbarschaftsfest mehr.“
► Absage: „Eine Variante, die aber nicht an erster Stelle steht“, sagt Herrmann.


In den nächsten zwei Wochen wollen Bezirksamt und Polizei den Verlauf auswerten, dann Konsequenzen für 2016 ziehen.
Wie wichtig ist die Veranstaltung, damit der 1. Mai friedlich bleibt?
Innensenator Frank Henkel (51, CDU) will daran festhalten: „Die meisten wollten friedlich feiern, dabei war das ,MyFest‘ ein Erfolgsgarant.“
Bezirkspolitikerin Herrmann: „Ob eine revolutionäre 1. Mai-Deo ohne Fest noch radikaler wird, vermag ich nicht abzuschätzen.“
Manöverkritik kommt von Herrmanns Parteifreundin Antje Kapek, Kreuzberger Abgeordnete und Grünen-Fraktionschefin im Abgeordnetenhaus. „Es war ziemlich dämlich, die Abend-Demo ausgerechnet am Lausitzer Platz enden zu lassen, wenn dort das ,MyFest‘ im vollen Gange ist. Das hätte vermieden werden müssen.“

VON OLAF WEDEKIND

Quelle: http://www.bild.de/regional/berlin/party/steht-das-myfest-vor-dem-aus-40796944.bild.html

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Heraus zum 15. MyFest

Das MyFest ist das seit 2003 jährlich am 1. Mai (Tag der Arbeit, Maifeiertag bzw. Kampftag der Arbeiterbewegung) stattfindende Kundgebung in Berlin-Kreuzberg, das sich an alle richtet und ein großes Angebot bietet. Der Name wird wie „Maifest“ ausgesprochen und ist ein Kunstwort aus diesem Begriff und dem Englischen „my“ für „mein“. Organisiert wird es vom MyFest e.V.

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