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Herrmann will das Myfest in Kreuzberg halten, 04.05.2015, rbb

Suche nach neuem Sicherheitskonzept

Nach dem Andrang von zehntausenden Menschen beim diesjährigen Myfest will der Bezirk Möglichkeiten durchspielen, wie die Sicherheitslage verbessert werden kann. Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann machte im rbb erste Vorschläge - gegen einen Umzug nach Tempelhof sprach sie sich aber klar aus.

Die Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Kreuzberg, Monika Herrmann, hat die Zukunft des MyFest in seiner derzeitigen Form in Frage gestellt. Die Grünen-Politikerin sagte am Montag der rbb-Welle Radioeins: "Wir müssen überlegen, ob wir das als Bezirk noch auf die Reihe kriegen."

Herrmann sieht die Zukunft des Myfest allerdings auch nicht auf dem Tempelhofer Feld. "Es macht keinen Sinn, mit dem Myfest, SO36, aufs Tempelhofer Feld zu gehen", sagte die Politikerin. Ein Umzug von Kreuzberg nach Tempelhof bedeute: "Dann ist es nicht mehr das Myfest."

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Die Bezirksbürgermeisterin sagte, verschiedene Varianten müssten jetzt mit den Sicherheitsbehörden und den Mitveranstaltern besprochen werden. Möglich sei beispielsweise, das Gebiet der Festmeile in Kreuzberg auszuweiten. Denkbar ist für die Bezirksbürgermeisterin auch, das Myfest auf mehrere Tage auszudehnen. Man könne "ganz restriktiv" das Festgebiet auch schließen, so dass man nur an bestimmten Eingängen mit Kontrolle hereinkomme.

Herrmann schloss aber auch nicht aus, dass das Fest künftig ausfallen könne. Womöglich bräuchte man eine Event-Agentur, die das Fest organisiere, sagte sie. Die Politikerin betonte aber, dass es sich dabei nicht um konkrete Vorschläge handele.

Grund für die Überlegungen sind Sicherheitsbedenken wegen zu vieler Besucher. "Wir haben die Situation, dass jedes Jahr wesentlich mehr Menschen kommen als im Jahr zuvor", so Herrmann. In diesem Jahr sei die Kapazitätsgrenze "eindeutig überschritten" worden. Wenn dann in der Oranienstraße eine Prügelei losgehe, oder jemand verletzt sei, komme weder die Polizei noch die Feuerwehr an Ort heran. "Da geht Sicherheit schlicht vor Party. Wir müssen also ein anderes Modell fahren. Wir brauchen eine Antwort auf die Sicherheitsfrage", so Monika.
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Herrmann zeigte sich aber auch überzeugt, dass die Veranstalter der 1.-Mai-Demo jetzt über das Konzept nachdenken und sich die Frage stellen würden "Wer ist da eigentlich mitgelaufen?" und "Wie revolutionär war das?". Das Myfest habe diesmal eher wie ein "Mitmach-Event" gewirkt. Diese Fragen müsse aber nicht der Bezirk beantworten, sondern die Frage nach der Sicherheit.  

Stand vom 04.05.2015


Quelle: http://www.rbb-online.de/politik/thema/2015/Erster-Mai/beitraege/myfest-wird-nicht-aufs-tempelhofer-feld-umziehen.html

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