Menu

Herrmann erwägt Myfest-Absage - Kritik vom Veranstalter, 03.05.2015, Berliner Morgenpost

Herrmann erwägt Myfest-Absage - Kritik vom Veranstalter

Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg will das Sicherheitskonzept des Myfests überprüfen und die Veranstaltung notfalls absagen. Das Veranstalter-Kollektiv reagiert irritiert.

Der Vorschlag der Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), das Sicherheitskonzept des Myfests zu überprüfen und die Veranstaltung rund um die Oranienstraße im kommenden Jahr notfalls abzusagen, ist auf Kritik gestoßen.

Ein Sprecher der Innenverwaltung wollte den Vorschlag nicht kommentieren, verwies aber darauf, dass Senator Frank Henkel (CDU) das Myfest als "Erfolgsgarant" für die Friedlichkeit des 1. Mai bezeichnet hatte.

Der Kreuzberger CDU-Abgeordnete Kurt Wansner kommentierte Herrmanns Vorstoß mit den Worten: "Die Bezirksbürgermeisterin einzuschätzen, ist immer schwieriger geworden". Die Besucher würden beim Myfest erleben, dass Kreuzberg "ein schöner Bezirk" ist. Die Veranstaltung sei in diesem Jahr zudem "besonders gut gelungen." In Spitzenzeiten waren dort bis zu 40.000 Besucher.

Heftige Kritik äußerte das Anwohner-Kollektiv, dass das Myfest, das offiziell vom Bezirk veranstaltet wird, mit organisiert. Abgesehen von kleinen Auseinandersetzungen sei das Fest ohne Störungen verlaufen. Für eine Security-Firma, Absperrungen und andere Sicherheitsmaßnahmen seien rund 90.000 Euro ausgegeben worden. Rettungswagen hätten das Fest problemlos passieren können.

Herrmann selbst verteidigte ihren Vorstoß

Die Idee des Myfestes, den Kiez den Krawallmachern zu entreißen, habe funktioniert. "Wenn Frau Herrmann die chaotischen Verhältnisse zurückhaben will, die am 1. Mai in Kreuzberg geherrscht haben, bevor es das Myfest gab, dann bitte schön", sagte Soner Ipekcioglu, einer der Sprecher des Fest-Kollektivs.

Herrmann selbst verteidigte ihren Vorstoß. Bei einer Massenpanik sei die Sicherheit in den engen Straßen nicht mehr gewährleistet. "Wir müssen das Sicherheitskonzept überdenken", sagte Herrmann. Vorstellbar sei es aus ihrer Sicht, das Fest entweder zu verkleinern oder das Gebiet, in dem es stattfindet, zu vergrößern.

Auch eine Absage wollte Herrmann nicht ausschließen. Der Kreuzberger Grünen-Abgeordnete Dirk Behrendt unterstützte seine Parteifreundin. Nach dem Unglück bei der Love-Parade in Duisburg im Jahr 2010 müsse die Sicherheit bei Großveranstaltungen genau geprüft werden.

© Berliner Morgenpost 2015 - Alle Rechte vorbehalten


Quelle: http://www.morgenpost.de/1-mai-berlin/article140451324/Herrmann-erwaegt-Myfest-Absage-Kritik-vom-Veranstalter.html

Letzte Änderung amDienstag, 05 Mai 2015 13:03

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.

Nach oben

Heraus zum 15. MyFest

Das MyFest ist das seit 2003 jährlich am 1. Mai (Tag der Arbeit, Maifeiertag bzw. Kampftag der Arbeiterbewegung) stattfindende Kundgebung in Berlin-Kreuzberg, das sich an alle richtet und ein großes Angebot bietet. Der Name wird wie „Maifest“ ausgesprochen und ist ein Kunstwort aus diesem Begriff und dem Englischen „my“ für „mein“. Organisiert wird es vom MyFest e.V.

Weiterlesen ...