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1. Mai: Weniger Gewalt - Polizei zufrieden, rbb online, 02.05.2011

1. Mai: Weniger Gewalt - Polizei zufrieden

In Berlin-Kreuzberg ist die Nacht zum Montag nach den 1.-Mai-Demonstrationen weitgehend ohne Zwischenfälle verlaufen. Nach Mitternacht räumte die Polizei das Gelände rund um das Kottbusser Tor. Dort waren aus einer Gruppe von etwa 1500 Menschen immer wieder Politzisten angegriffen worden. Es gab nach Angaben der Polizei auch mehrere Festnahmen.


Über die genaue Zahl der festgenommenen Personen und der Verletzten wollen Innensenator Ehrhart Körting (SPD) und der scheidende Polizeipräsident Dieter Glietsch am Mittag auf einer Pressekonferenz Bilanz ziehen. Nach ersten Angaben der Polizei ist es nicht zu den ursprünglich befürchteten Ausschreitungen gekommen. Im Einsatz waren etwa 6000 Polizisten, darunter auch Kräfte aus anderen Bundesländern. Seit dem 1. Mai 1987 ist es am Maifeiertag in Berlin immer wieder zu Ausschreitungen gekommen. Bereits im vergangenen Jahr war die Situation aber insgesamt entspannter als in den Jahren zuvor.

"Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" vorzeitig beendet

Bei der sogenannten Revolutionären 1. Mai-Demonstration waren am Sonntagabend Scheiben von zwei Banken eingeworfen worden. Es flogen Flaschen, Steine und Feuerwerkskörper gegen Polizisten. Auch Polizeifahrzeuge wurden attackiert sowie Geschäfte angegriffen. Brennende Barrikaden wie in der Vergangenheit gab es nicht. Mehrere Polizisten wurden in einem Buswartehäuschen eingekesselt. Die Polizei sprach von 9000 Teilnehmern, die Veranstalter gaben 13.000 Demonstranten an.

Am Hermannplatz in Neukölln beendeten die Demonstranten gegen 21.00 Uhr ihren Zug vorzeitig. Als Begründung gaben sie laut einer Mitteilung an, dass die Polizei den Zug mehrfach unterbrochen habe und massiv gegen Teilnehmer vorgegangen sei. Ein Großteil der Menge zog wieder zurück nach Kreuzberg zum Kottbusser Tor.

Die Polizei hielt sich anfangs zurück, zeigte dann aber massive Präsenz. Auch Wasserwerfer waren am Hermannplatz aufgefahren. Dort schützte zudem ein starkes Polizeiaufgebot das Karstadt-Kaufhaus.

Myfest ohne Zwischenfälle

Am Sonntagnachmittag hatten etwa 20.000 Menschen rund um den Mariannenplatz in Kreuzberg friedlich das Myfest gefeiert. Die Polizei meldete keine Probleme. Neben einem Musikprogramm auf 15 Bühnen präsentieren sich Parteien an den Ständen. Die Jusos protestierten gegen den Verbleib des früheren Berliner Finanzsenators Sarrazin in der SPD. Eine "Versammlung der Wütenden" blieb ein kleiner Aufzug, der sich wieder auflöste. Dutzende Demonstranten protestierten gegen steigende Mieten und forderten mehr soziale Gerechtigkeit. Die Polizei musste nicht einschreiten.

Bilanz der Walpurgisnacht

Trotz mehrerer Demonstrationen und Feiern war bereits die Walpurgisnacht in der Nacht zu Sonntag weitgehend friedlich verlaufen. Nur in Friedrichshain kam es zu leichten Rangeleien. Aktionen von Gewalttätern habe man schnell unterbunden, so ein Polizeisprecher. Bis Sonntagmorgen seien 58 Personen vorübergehend festgenommen und 13 Platzverweise ausgesprochen worden. Zur Bilanz gehören aber auch 25 verletzte Polizeibeamte, von denen einer seinen Dienst wegen eines Knalltraumas beenden musste.

Im Mauerpark in Prenzlauer Berg war die Stimmung ausgelassen und friedlich. Mehr als 1000 Menschen hatten dort am Samstagabend gefeiert. Es herrschte Partystimmung. Viele Teilnehmer der Walpurgisnachtfeier tanzten zu Samba-Rhythmen an einem großen Feuer, das genehmigt worden war. Durch die Scheinwerfer des nahen Stadions war der Mauerpark hell erleuchtet. Separate Feuer sowie das Mitbringen von Flaschen waren verboten. An den Zugängen zum Mauerpark wurden die Besucher kontrolliert.

Rangeleien rund um den Wismarplatz

Ebenfalls friedlich blieb es am Wismarplatz in Friedrichshain. Mehrere hundert Menschen verfolgten Konzerte und politische Erklärungen zur Unterstützung alternativer Wohnprojekte. Erst in den Nachtstunden kam es dort zu leichten Rangeleien mit der Polizei. Vereinzelt flogen Flaschen und Böller, auf der Straße wurden Abfälle in Brand gesteckt, die aber schnell gelöscht werden konnten. Mehrere Randalierer wurden in Gewahrsam genommen.

Auch eine Sitzblockade von etwa 50 Menschen an der Mainzer/Boxhagener Straße konnte in der Nacht zu Sonntag nach einer Stunde aufgelöst werden.

Demonstration gegen Mieterhöhungen

In Mitte protestierten am Samstanachmittag etwa 1500 Menschen gegen Mieterhöhungen. Unter dem Motto "Wir bleiben alle" zogen die Teilnehmer vom Rosenthaler Platz zum U-Bahnhof Eberswalder Straße. Zu einem kleineren Zwischenfall kam es, als Vermummte auf dem Dach eines Gebäudes Feuerwerkskörper anzündeten. Etwa 3000 Polizisten waren am Samstag insgesamt aufgeboten, um einen friedlichen Verlauf der Veranstaltungen und Proteste zu sichern. Sie kontrollierten unter anderem Taschen und Rucksäcke. Glasflaschen waren nicht erlaubt, weil sie als potenzielle Wurfgeschosse gelten.

Quelle:  http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2011_04/1__mai/Myfest_in_Berlin-Kreuzberg_gestartet.html

Letzte Änderung amDonnerstag, 18 April 2013 09:54

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