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Gegen Gewalt: Kreuzberg feiert friedliches Myfest, BZ, 01.05.2011

Strahlender Sonnenschein beim Myfest in Kreuzberg. Zahlreiche Anwohner und Gäste flanierten bereits am frühen Nachmittag durch die Straßen zwischen Mariannenplatz, Oranienplatz und Kottbusser Tor. An Ständen boten Bewohner und Gastronomen Getränke, die orientalische Spezialität Köfte oder Grillwürstchen an. Auch Alkohol wurde ausgeschenkt – allerdings nur in Plastikbechern. Seit dem vergangenen Jahr gilt auf dem Myfest ein Verbot von Glasflaschen.


Das von Anwohnern, Gewerbetreibenden und bürgerschaftlichen Initiativen organisierte und vom Bezirksamt mitfinanzierte Straßenfest gibt es seit 2003. Es wurde nach Angaben der Veranstalter gegründet, „um den Ausschreitungen am 1. Mai in diesem Gebiet entgegenzuwirken und potentiellen Gewalttätern alternative Unterhaltung zu bieten“.

Orientalische Gerichte und Musik für jeden Geschmack

Schon am Nachmittag flanieren Tausende über das Myfest, essen Falafel, Kuskussalat oder Grillwürstchen. Vereinzelt sind ein paar Touristen zu sehen, doch hauptsächlich ist es die typische Mischung der Bewohner von „Kreuzberg 36“, wie der Berliner Stadtteil in Anlehnung an die frühere Postleitzahl genannt wird, die das Myfest belebt: deutsche und türkische Familien, Studenten und ein paar Punks.

Alle zehn Schritte ertönt andere Musik, an nahezu jeder Straßenecke ist eine Bühne aufgebaut. Während sich in der Waldemarstraße junge Nachwuchsbands präsentieren, gibt es am Feuerwehrbrunnen am Mariannenplatz türkische Klänge zu hören. Gegenüber von der Bar „Trinkteufel“ an der Ecke Naunyn-/Adalbertstraße tönt ohrenbetäubender Heavy Metal von der Bühne, durch die Oranienstraße klingt Soulmusik.

Bis zum Nachmittag bleibt es friedlich

Zumindest tagsüber geht das Konzept der Deeskalation auf – die Stimmung ist ausgelassen und friedlich. Die Polizei hält sich zurück, die kleinen Grüppchen von Beamten, die über das Fest schlendern, tragen neongelbe Westen mit der Aufschrift „Anti-Konflikt-Team“ über ihrer Uniform und sportliche Polizei-Käppis auf dem Kopf.

Am späten Nachmittag mischten sich dann schwarz gekleidete Demonstranten unter das friedliche Fest. Nach einer Kundgebung am Mariannenplatz gegen steigende Mieten und „Gerechtigkeit für Alle statt Ausbeutung und Profit“ rief die „Versammlung der Wütenden“ auch Parolen gegen die Polizei. Beamte in Zivil beobachteten den Protest, griffen aber nicht ein.

Der Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz (Grüne) sagte: „Ich bin sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Es ist eine sehr relaxte Stimmung. Man kann sich im Moment kaum vorstellen, dass daraus Gewalt erwachsen könnte. Wenn in einem Jahr so etwas ausbleiben könnte, dann in diesem Jahr“.

Quelle: 01. Mai 2011 18.16 Uhr, B.Z./dapd Auf dem Kreuzberger Myfest feierten Tausende friedlich mit kulinarischer und musikalischer Vielfalt.

Letzte Änderung amDonnerstag, 18 April 2013 09:56

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Heraus zum 15. MyFest

Das MyFest ist das seit 2003 jährlich am 1. Mai (Tag der Arbeit, Maifeiertag bzw. Kampftag der Arbeiterbewegung) stattfindende Kundgebung in Berlin-Kreuzberg, das sich an alle richtet und ein großes Angebot bietet. Der Name wird wie „Maifest“ ausgesprochen und ist ein Kunstwort aus diesem Begriff und dem Englischen „my“ für „mein“. Organisiert wird es vom MyFest e.V.

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